Yulin 2020

Hallo liebe Unterstützer*innen unseres Fördervereins,

Der 21. Juni ist der erste Tag von Chinas berüchtigtem „Festival”, bei dem Tausende von Hunden geschlachtet werden.
Die herzzerreißenden Szenen von Hunden, die auf Transportern in Schlachthöfen ankommen, und Reihen von Hundekadavern, die auf den Märkten in der Stadt zum Verkauf angeboten werden, sind nur allzu bekannt.
In diesem Jahr hatten wir allerdings gehofft, dass die Dinge angesichts der Covid-19-Pandemie anders sein würden: Die Städte Shenzhen und Zhuhai haben als erste in China Hundefleisch verboten. Zudem hatte das chinesische Landwirtschaftsministerium eine Erklärung herausgegeben, in der es hieß, Hunde seien Haustiere und nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
Wir hörten bereits von Aktivisten in China, dass die Nachfrage in manchen Regionen zurückgeht und die Behörden in einigen Provinzen gegen den illegalen Transport von Hunden vorgehen. Mehrere Schlachthäuser konnten in China ebenfalls schon geschlossen werden.
Auf uns hat das Thema rund um den Hundefleischhandel auf all unseren Reisen einen sehr komplexen und schwierigen Eindruck gemacht. Es gibt Schlachthöfe, die täglich 1000 Hunde töten. Ihr Umsatz geht in die Millionen, was sie in eine starke Position für Bestechungsgelder bringt.
Zudem, und daran denken die wenigsten, arbeiten tausende von Menschen im Handel. Von Fahrern über Schlachthofarbeiter bis hin zu Hundefleisch-Restaurantbesitzern und deren Personal. Das ist vielleicht ein weiterer Grund, warum die Regierung nicht wild entschlossen ist, alles sofort zu beenden.
Der Wandel wird kommen. Und zwar von den Menschen vor Ort, wenn auch leider für viel zu viele Hunde und Katzen zu spät.
Uns bleibt nichts anderes übrig, als die chinesichen Aktivisten vor Ort zu unterstützen und diejenigen zu retten, die wir retten können.
Unser Versprechen an die Hunde und Katzen, die in diesem abscheulichen Handel gefangen sind, und an alle Tiere in Schlachthäusern überall auf der Welt, ist, dass wir für sie weiterkämpfen und niemals aufgeben werden.

Auch wenn wir uns nichts sehnlicher gewünscht hätten, als dass das Yulin-Festival dieses Jahr aufgrund der neuen Nutztierverordnung nicht stattfinden würde, wurden wir enttäuscht. Es wurde wieder abgehalten…

Bilder aus Yulin: DongKou-Markt, 19. Juni 2020.
Der DongKou-Markt ist, neben dem NanQiao-Markt, einer der beiden großen „Wet-Markets“ in Yulin.
Wir sind schon des Öfteren auf beiden Märkten gewesen.
Stände voller Hundekadaver. Yulin 2020 fand statt.

Es war, als hätte sich nichts geändert..

Eine Situation des absoluten Horrors, mit der wir konfrontiert wurden.
Käfige voller Hunde, viele von ihnen gestohlene Haustiere, die auf ihren grausamen Tod warten. Das ist die harte Realität auf den Märkten außerhalb Yulins. Weder unsere Aktivisten noch wir konnten bei solchen Bildern tatenlos zuschauen. Wir hatten die Kapazitäten, die Mittel und wir haben Euch! Wir arbeiteten daran, wenigstens ein paar wenigen Leben das brutales Schicksal zu ersparen..

Es gelang uns 26 Leben zu retten…
Für 10 von ihnen ging es auf den langen Weg in unsere Auffangstation „Island Dog Village“ in Tianjin.
Die anderen 16 Vierbeiner kamen zu einer anderen Organisation in das näher gelegene Guangzhou.
Unser Ärtzeteam war bereit und begann sofort mit der medizinischen Versorgung der Fellnasen.

Ein großes Dankeschön an unsere Aktivisten, Ärzte und Mitarbeiter – sie sind die wahren Helden.
Einige von unseren Vierbeinern waren von dem, was sie in ihren kurzen Leben hören und sehen mussten, stark traumatisiert – aber Geduld und Liebe werden auch diese Wunden heilen.

All unsere geretteten Fellnasen wurden allumfassend medizinisch versorgt.
Sie wurden entwurmt, gegen Flöhe und Zecken behandelt und erhielten alle ein großes Blutbild.
Glücklicherweise hatten wir dieses Jahr keinen einzigen Staupefall.
Dafür zwar mehrere mit Parvovirose, aber auch die haben sich schnell erholt.

Endlich am Ziel: Zwei weitere Yulin-Überlebende sind angekommen!
Milka und Chico – unsere Yulin-Überlebende – hatten sich auf die lange Reise gemacht.
Da die Corona-Pandemie auch unsere Arbeit unheimlich erschwert, kamen beide über den Umweg Paris und dann per Auto zu uns.
Für Chico ging es dann direkt zu unserer tollen Pflegestelle Fam. Camerer und am Wochenende dann zu seinem neuen Herrchen.
Milka durfte sich einen Tag bei uns in Deutschland erholen, bevor es für sie dann weiter zu unseren Freunden von Action Project Animal nach Italien ging.
Auch für Milka ging es nur wenige Tage nach ihrer Ankunft schon zu ihrer Familie in Italien.
Ein unfassbarer Aufwand und einige Stunden im Auto, um die zwei Vierbeiner zu uns zu holen.

“Aber ihnen in die Augen zu schauen und zu wissen, dass sie nicht nur die Hölle Yulins und eine Staupeinfektion überlebt haben, sondern auch endlich am Ziel angekommen sind:
Es ist das beste Gefühl überhaupt und all die Arbeit wert!”

Wir hoffen natürlich, dass wir trotz der Corona-Pandemie weitere Yulin-Überlebende gegen Ende des Jahres hier in Deutschland begrüßen dürfen.

Wir können es kaum erwarten..


Wir haben ihn aus einem Schlachthaus während des Yulin-Hundefleischfestivals gerettet.
Als er in unserer Auffangstation ankam, hielt man ihn für tot. Chinesische Aktivisten wollten ihn schon in eine Plastiktüte packen.
Nur Dank dem Einschreiten unseres Ärzteteams konnte Schlimmeres verhindert werden und er bekam eine zweite Chance im Leben geschenkt.
Vor ein paar Wochen habe ich ihn zum ersten Mal gesehen, seit dem er bei seiner neuen Familie in Deutschland ist.
Diese Verwandlung, die er durchlebt hat, sie ist nicht in Worte zu fassen.
Ihn so freundlich und glücklich zu sehen – es war ein unfassbar schöner Augenblick.

Richard..

Vielen Dank an Felix von DeineTierwelt für diesen Gastbeitrag über Yulin 2020.
Du gibst damit denen eine Stimme, die keine haben!

Zum Lesen
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Wir möchten uns wie immer ganz herzlich bei Euch, liebe Unterstützer*innen unseres Fördervereins, bedanken.
Ohne euch könnten wir nichts von alledem machen.
Ihr seid der Motor unserer Vereinsarbeit.

Wir möchten uns vor allem für Eure Treue während der Corona-Pandemie bedanken und hoffen, dass ihr alle gesund durch diese schwierige Zeit kommt.

Ende des Jahres/Anfang des kommendes Jahres gibt es von uns den nächsten Newsletter über unsere Aktivitäten in Indonesien.
Auch wenn uns die Pandemie einige Hindernisse in den Weg gelegt hat, geben wir nicht auf, für die Tiere zu kämpfen.

 „Bis der letzte Käfig leer ist!“

Euer Basti